EIN BOLLWERK DES FRIEDENS

Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), Karlsruhe, 8. bis 24. August 2008

Die Olympischen Spiele 1936 markieren die zeitliche Mitte zwischen der Machtübernahme der Nationalsozialisten und dem Kriegsbeginn. Die berüchtigten „Nürnberger Rassengesetze“ sind seit knapp einem Jahr in Kraft, und nur wenige Kilometer von den Wettkampfstätten in Berlin entfernt, wird das Konzentrationslager Sachsenhausen aufgerichtet. Dennoch schickt das Deutsche Reich sich an, der Weltöffentlichkeit das Bild eines freien, weltoffenen und friedliebenden Landes zu präsentieren. Unsere Installation benutzt die Stereoskopien des Otto-Schönstein-Verlages und historische Tondokumente, um das gespenstische Neben- und Ineinander von Sportbegeisterung und Herrschaftsrhetorik, von internationaler Gastgeberfreude und latenter Gewalt spürbar zu machen.

Das Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) zeigte „Ein Bollwerk des Friedens“, solange in China die Olympischen Spiele 2008 stattfanden.

Buch & Regie: Niko Vialkowitsch, Schnitt: Philipp Kässbohrer